Bildungsurlaube 2019 (aktuell)

Bildungsurlaub in Berlin vom 3.6.-7.6.2019
Der NSU-Komplex: Kein Schlussstrich nach dem Prozess

Nach mehr als fünf Jahren „NSU-Prozess“ in München wurde im Juli 2018 ein Urteil gesprochen. Für mehrere Angeklagte fiel dieses so mild aus, dass es von Neonazis auf der Besucher*innentribüne beklatscht wurde. Für die Angehörigen und Opfer ist dieses Urteil „ein weiterer Schlag ins Gesicht“ (Elif Kubaşık, Ehefrau des vom NSU ermordeten Mehmet Kubaşık). Auch die von ihnen gewünschte Aufklärung hat der Prozess nicht gebracht. Wer gehört(e) noch zum NSU-Netzwerk? Welche Rolle spielte der Verfassungsschutz? Aus diesem Grund fordern Angehörige und Aktivist*innen, keinen Schlussstrich unter den NSU-Komplex zu ziehen, sondern alle, die den NSU möglich gemacht haben, zur Verantwortung zu ziehen.
Doch was ist der NSU-Komplex? Zwischen 2000 und 2007 wurden in Deutschland zehn Menschen von einem Neonazi-Terrornetzwerk namens „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermordet, neun von ihnen aus rassistischen Motiven. Die Täter*innen wurden im Kreis der Angehörigen gesucht, obwohl viele von diesen bereits damals als Motiv Rassismus vermuteten und entsprechende Hinweise gaben. Die Demos, die sie deswegen organisierten, wurden von einem Großteil der Bevölkerung nicht wahrgenommen. Stattdessen haben viele erst 2011 mit der Selbstenttarnung des NSU bemerkt, dass es rechten Terror in Deutschland gibt.
Im Bildungsurlaub wird es um den NSU-Komplex, strukturellen Rassismus, die Kontinuität rassistischer Gewalt und rechten Terrors in Deutschland und um Möglichkeiten des Engagements, des Gedenkens und gesellschaftlicher Aufarbeitung gehen. Dazu werden wir mit unterschiedlichen Aktivist*innen, die sich für Aufklärung im NSU-Komplex einsetzen, ins Gespräch kommen.

Das Seminar wird angeboten von Arbeit und Leben Berlin.
Teilnahmebeitrag: 140 € / 70 € ermäßigt
Zur Anmeldung

Bildungsurlaub in Hamburg vom 14.10. – 18.10.2019
Kontinuitäten des Rechten Terrors
Oktoberfestattentat – NSU – OEZ

Der NSU-Komplex hat gezeigt: Rechter Terror ist kein Einzelphänomen. Er knüpft direkt an die NS-Zeit an und geht bis heute weiter. In Gesprächen und auf Exkursionen legen wir diese Kontinuität offen, betrachten einzelne Fälle (z. B. das Oktoberfestattentat) und schaffen einen Überblick, der zeigt: Wo Neonazis morden, ist die Gesellschaft beteiligt. Was können wir lernen, damit dies nie wieder geschieht?

In Kooperation mit der VHS Hamburg und Arbeit und Leben Hamburg. Seminarnummer: 1941118
Zeitraum: 14.10. – 18.10.2019
Hamburg, VHS-Zentrum Nord
150,- €
Zur Anmeldung

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Kein Schlussstrich! NSU-Monologe am 31. Januar im SchauSpielHaus

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Die „NSU-Monologe“ erzählen von den jahrelangen Kämpfen dreier Familien der Opfer des NSU. Die „NSU-Monologe“ sind dokumentarisches, wortgetreues Theater, mal behutsam, mal fordernd, mal wütend – roh und direkt liefern sie uns intime Einblicke in den Kampf der Angehörigen um Wahrheit.

Bereits bevor am 11. Juli 2018 nach 438 Prozesstagen das Urteil gegen die Angeklagten im NSU Prozess gesprochen wurde, resümierte Frau Ayşe Yozgat, die Mutter von Halit Yozgat, der am 6. April 2006 in Kassel erschossen wurde: „Sie haben wie Bienen gearbeitet, aber keinen Honig produziert“. Die Bundesanwaltschaft und das Gericht haben sich geweigert, das Netzwerk des NSU aufzudecken und die Unterstützung des NSU durch die bundesdeutsche Neonaziszene sowie die Rolle der Verfassungsschutzämter aufzuklären. Es kann kein Schlussstrich unter die Geschichte des NSU gezogen werden, denn die Angehörigen der Opfer verlangen Aufklärung.

Im Anschluss an das Stück findet ein Gespräch mit Ceren Türkmen, Imran Ayata und Anderen statt.

Mit dieser Veranstaltung will die Initiative für die Aufklärung des Mordes an Süleyman Taşköprü nach dem Urteil im NSU-Prozess das Thema in Hamburg in der Öffentlichkeit halten, damit kein Schlussstrich unter den NSU-Komplex gezogen wird. Diese Veranstaltung ist eine Kooperation der Bühne für Menschenrechte, die die „NSU-Monologe“ entwickelt haben, und dem DeutschenSchauSpielHaus.

deutsch mit englischen und türkischen Übertiteln

almanca – Türkçe ve İngilizce üst yazılı

„NSU-Monologe“

31. Januar 2019

20 Uhr

DeutschesSchauSpielHaus (Kirchenallee 39, 20099 Hamburg)

Tickets:

Eintritt: 10.00 EUR; ermäßigt 5.00 EUR.

Als Initiative möchten wir, dass möglichst viele Menschen die „NSU-Monologe“ hören und sehen können. Menschen, die nicht soviel zahlen können, können sich vertrauensvoll an uns wenden.

>>> Veranstaltungsseite des SchauSpielHaus

>>> Facebook-Veranstaltung

Neu: Der NSU-Komplex: Kein Schlussstrich nach dem Prozess. Ein Bildungsurlaub in Berlin vom 5.-9.11.2018

Nach mehr als fünf Jahren „NSU-Prozess“ in München wurde im Juli 2018 ein Urteil gesprochen. Für mehrere Angeklagte fiel dieses so mild aus, dass es von Neonazis auf der Besucher*innentribüne beklatscht wurde. Für die Angehörigen und Opfer ist dieses Urteil „ein weiterer Schlag ins Gesicht“ (Elif Kubasik, Ehefrau des vom NSU ermordeten Mehmet Kubasik). Auch die von ihnen gewünschte Aufklärung hat der Prozess nicht gebracht. Wer gehörte noch zum NSU-Netzwerk? Welche Rolle spielte der Verfassungsschutz? Aus diesem Grund fordern Angehörige und Aktivist*innen, keinen Schlussstrich unter den NSU-Komplex zu ziehen, sondern alle, die den NSU möglich gemacht haben, zur Verantwortung zu ziehen. Doch was ist der NSU-Komplex? Zwischen 2000 und 2007 wurden in Deutschland zehn Menschen von einem Neonazi-Terrornetzwerk namens „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermordet, neun von ihnen aus rassistischen Motiven. Die Täter*innen wurden im Kreis der Angehörigen gesucht, obwohl viele von diesen bereits damals als Motiv Rassismus vermuteten und entsprechende Hinweise gaben. Die Demos, die sie deswegen organisierten, wurden von einem Großteil der Bevölkerung nicht wahrgenommen. Stattdessen haben viele erst 2011 mit der Selbstenttarnung des NSU bemerkt, dass es rechten Terror in Deutschland gibt. Im Bildungsurlaub wird es um den NSU-Komplex, strukturellen Rassismus, die Kontinuität rassistischer Gewalt und rechten Terrors in Deutschland und um Möglichkeiten des Engagements, des Gedenkens und gesellschaftlicher Aufarbeitung gehen. Dazu werden wir mit unterschiedlichen Aktivist*innen, die sich für Aufklärung im NSU-Komplex einsetzen, ins Gespräch kommen.

Das Seminar wird angeboten von Arbeit und Leben Berlin. Anmeldung unter: http://www.berlin.arbeitundleben.de/56004/veranstaltungen.html  (Bildungsurlaub auswählen, am Ende der Seminarbeschreibung „Zu diesem Seminar anmelden“ klicken).

Teilnahmebeitrag: 130 € / 65 € ermäßigt

Veranstaltungsort: DGB-Haus Berlin

Bildungsurlaub: NSU-Tatort Hamburg. Die Aufklärung ist noch nicht vorbei vom 22.10. bis 26.10.2018 in Hamburg

In Kooperation mit der VHS Hamburg und der Arbeit und Leben Hamburg bieten wir vom 22.10. bis 26.10.2018 wieder einen Bildungsurlaub in Hamburg an.

Aus dem Ankündigungstext:

„Im November 2011 flog der »Nationalsozialistische Untergrund« (NSU) auf. Doch was geschah vorher und danach? Die Geschichte des NSU beginnt Anfang der 90er Jahre. Zwischen 2000 und 2007 ermordeten NSU-Mitgieder 10 Menschen, ein großes Netztwerk war beteiligt. Wir sprechen über die Kontinuität rassistischer Gewalt, alltäglichen Rassismus und die Aufklärung der NSU-Morde. Wir besuchen Gedenk- und Tatorte und diskutieren Möglichkeiten des Gedenkens und des Engagements gegen Rechts.“

Informationen zu Bildungsurlaub in Hamburg und weiteren Angeboten finden sich auf den Seiten von Arbeit und Leben Hamburg. Dort findet sich auch das Anmeldeformular. Anmeldungen sind nur über Arbeit und Leben Hamburg möglich.

Bildungsbaustein: Rassismus als Terror, Struktur und Einstellung erschienen

Unter dem Titel hat Rassismus als Terror, Struktur und Einstellung. Bildungsbaustein mit Methoden zum NSU-Komplex. Kontinuitäten, Widersprüche und Suchbewegungen haben das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und empower Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt  von Arbeit und Leben Hamburg eine Broschüre zum NSU-Komplex für Multiplikator_innen herausgegeben. Die Broschüre kann bestellt werden und hier als pdf eingesehen werden.

 

Tribunal NSU-Komplex auflösen

Entstanden aus Initiativen und Einzelpersonen, die mit den Betroffenen der NSU-Mord- und Anschlagserie solidarisch verbunden sind, entstand die Idee eines Tribunals als Ort der gesellschaftlichen Anklage. Dieses Tribunal wird vom 17.-21. Mai 2017 in Köln stattfinden. Wir laden alle ein, die sich der Anklage gegen Rassismus anschließen möchten, ihre Geschichte mit uns zu teilen, eine Gegenerzählung zu entwerfen und uns noch stärker zu vernetzen. Unser Ziel ist es, die rassistische Spaltung dieser Gesellschaft zu überwinden und gemeinsam für ein gutes Leben einzustehen. Sei ein Teil dieser Klage. http://nsu-tribunal.de/

JETZT SPENDEN: Es werden 15.000€ bis zum Monatsende benötigt!

Die Vorbereitung des Tribunals kostet Geld. Auch wenn fast alles ehrenamtlich geleistet und kostensparend geplant wird, gibt es Kosten, die schon jetzt im Vorfeld anfallen. Deswegen wurde eine Fundraising-Kampagne bei betterplace ins Leben gerufen. Ganz unkompliziert können so 5, 10, 50 oder mehr Euros gespendet werden. Ermögliche das Tribunal mit deiner Spende!