Neu: Der NSU-Komplex: Kein Schlussstrich nach dem Prozess. Ein Bildungsurlaub in Berlin vom 5.-9.11.2018

Nach mehr als fünf Jahren „NSU-Prozess“ in München wurde im Juli 2018 ein Urteil gesprochen. Für mehrere Angeklagte fiel dieses so mild aus, dass es von Neonazis auf der Besucher*innentribüne beklatscht wurde. Für die Angehörigen und Opfer ist dieses Urteil „ein weiterer Schlag ins Gesicht“ (Elif Kubasik, Ehefrau des vom NSU ermordeten Mehmet Kubasik). Auch die von ihnen gewünschte Aufklärung hat der Prozess nicht gebracht. Wer gehörte noch zum NSU-Netzwerk? Welche Rolle spielte der Verfassungsschutz? Aus diesem Grund fordern Angehörige und Aktivist*innen, keinen Schlussstrich unter den NSU-Komplex zu ziehen, sondern alle, die den NSU möglich gemacht haben, zur Verantwortung zu ziehen. Doch was ist der NSU-Komplex? Zwischen 2000 und 2007 wurden in Deutschland zehn Menschen von einem Neonazi-Terrornetzwerk namens „Nationalsozialistischer Untergrund“ (NSU) ermordet, neun von ihnen aus rassistischen Motiven. Die Täter*innen wurden im Kreis der Angehörigen gesucht, obwohl viele von diesen bereits damals als Motiv Rassismus vermuteten und entsprechende Hinweise gaben. Die Demos, die sie deswegen organisierten, wurden von einem Großteil der Bevölkerung nicht wahrgenommen. Stattdessen haben viele erst 2011 mit der Selbstenttarnung des NSU bemerkt, dass es rechten Terror in Deutschland gibt. Im Bildungsurlaub wird es um den NSU-Komplex, strukturellen Rassismus, die Kontinuität rassistischer Gewalt und rechten Terrors in Deutschland und um Möglichkeiten des Engagements, des Gedenkens und gesellschaftlicher Aufarbeitung gehen. Dazu werden wir mit unterschiedlichen Aktivist*innen, die sich für Aufklärung im NSU-Komplex einsetzen, ins Gespräch kommen.

Das Seminar wird angeboten von Arbeit und Leben Berlin. Anmeldung unter: http://www.berlin.arbeitundleben.de/56004/veranstaltungen.html  (Bildungsurlaub auswählen, am Ende der Seminarbeschreibung „Zu diesem Seminar anmelden“ klicken).

Teilnahmebeitrag: 130 € / 65 € ermäßigt

Veranstaltungsort: DGB-Haus Berlin

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Bildungsurlaub: NSU-Tatort Hamburg. Die Aufklärung ist noch nicht vorbei vom 22.10. bis 26.10.2018 in Hamburg

In Kooperation mit der VHS Hamburg und der Arbeit und Leben Hamburg bieten wir vom 22.10. bis 26.10.2018 wieder einen Bildungsurlaub in Hamburg an.

Aus dem Ankündigungstext:

„Im November 2011 flog der »Nationalsozialistische Untergrund« (NSU) auf. Doch was geschah vorher und danach? Die Geschichte des NSU beginnt Anfang der 90er Jahre. Zwischen 2000 und 2007 ermordeten NSU-Mitgieder 10 Menschen, ein großes Netztwerk war beteiligt. Wir sprechen über die Kontinuität rassistischer Gewalt, alltäglichen Rassismus und die Aufklärung der NSU-Morde. Wir besuchen Gedenk- und Tatorte und diskutieren Möglichkeiten des Gedenkens und des Engagements gegen Rechts.“

Informationen zu Bildungsurlaub in Hamburg und weiteren Angeboten finden sich auf den Seiten von Arbeit und Leben Hamburg. Dort findet sich auch das Anmeldeformular. Anmeldungen sind nur über Arbeit und Leben Hamburg möglich.

Bildungsbaustein: Rassismus als Terror, Struktur und Einstellung erschienen

Unter dem Titel hat Rassismus als Terror, Struktur und Einstellung. Bildungsbaustein mit Methoden zum NSU-Komplex. Kontinuitäten, Widersprüche und Suchbewegungen haben das Mobile Beratungsteam gegen Rechtsextremismus und empower Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt  von Arbeit und Leben Hamburg eine Broschüre zum NSU-Komplex für Multiplikator_innen herausgegeben. Die Broschüre kann bestellt werden und hier als pdf eingesehen werden.

 

Tribunal NSU-Komplex auflösen

Entstanden aus Initiativen und Einzelpersonen, die mit den Betroffenen der NSU-Mord- und Anschlagserie solidarisch verbunden sind, entstand die Idee eines Tribunals als Ort der gesellschaftlichen Anklage. Dieses Tribunal wird vom 17.-21. Mai 2017 in Köln stattfinden. Wir laden alle ein, die sich der Anklage gegen Rassismus anschließen möchten, ihre Geschichte mit uns zu teilen, eine Gegenerzählung zu entwerfen und uns noch stärker zu vernetzen. Unser Ziel ist es, die rassistische Spaltung dieser Gesellschaft zu überwinden und gemeinsam für ein gutes Leben einzustehen. Sei ein Teil dieser Klage. http://nsu-tribunal.de/

JETZT SPENDEN: Es werden 15.000€ bis zum Monatsende benötigt!

Die Vorbereitung des Tribunals kostet Geld. Auch wenn fast alles ehrenamtlich geleistet und kostensparend geplant wird, gibt es Kosten, die schon jetzt im Vorfeld anfallen. Deswegen wurde eine Fundraising-Kampagne bei betterplace ins Leben gerufen. Ganz unkompliziert können so 5, 10, 50 oder mehr Euros gespendet werden. Ermögliche das Tribunal mit deiner Spende!